Liebe Dänemarkfreunde, Fans und Leser

 

Die Wartezeit bis der neue Fortsetzungsroman zu "Dünenflimmern" erscheint, zieht sich dahin. Erscheinen soll es noch dieses Jahr. 

An dieser Stelle möchte ich hier wie versprochen mein kleines Oster-Schmankerl für euch einstellen. Eine kleine Leseprobe für alle, die nicht in unsere 2. Heimat fahren können. Ich nehme euch mit auf eine Reise an den weißen Strand und zugleich lernt ihr Marisa und Peder kennen, auf die viel Neues und Aufregendes einstürzen wird.

Das Buch wird auch ohne Vorkenntnisse zum Band 1 zu lesen sein. Aber schöner wäre es, ehrlich gesagt, wenn ihr euch das bereits erschiene Buch gönnt. Die Leseprobe gibts ein Haus weiter. Natürlich gibt es das Buch in jedem gut sortierten Buchhandel zu kaufen und auch zu bestellen. Ebenso als eBook auf allen Plattformen.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß bei meinem ersten Leseschnipsel,

 

Eure Katharina Mohini

Achtung, dieser Schnipsel ist weder Lektoriert noch Korrigiert und frisch aus meinem Manuskript. Wer auf die Vorgeschichte gespannt ist "Dünenflimmern - Schleier der Vergangenheit" ist bereits erschienen.

...

Wenn er nun Marisa einladen … Die wagemutige Idee ließ ihn hektisch auffahren und ziellos im Büro umher wandern. Was wenn er Marisa Fechtner und ihre Kinder ganz zwanglos zum Essen einlud? Schlagartig hatte es Peder eilig, Feierabend zu machen und seinen Plan in die Tat umzusetzen. Selbst auf die Gefahr hin, dass ihr Mann längst nachgekommen war und ihn im hohen Bogen hinausschmiß.

Ein weiteres Auto stand nicht vor dem Haus, registrierte Peder beruhigt, als er seinen Wagen auf dem Platz vor dem ›Lykkebo‹ abstellte. Dafür stellte sich ihm die Frage, ob sein Einfall, Frau Fechtner und ihre Kinder einzuladen, nicht reichlich vermessen war. Doch nun war es für eine Umkehr zu spät. Die Frau, die ihm längst nicht mehr aus den Gedanken wich, stand an der Pforte und winkte fröhlich zu ihm herüber.
»Hallo Herr Wieland.« Marisa freute sich wirklich über den Besuch ihres Vermieters. Er sah schon toll aus, schwärmte die Frau in ihr. Wie lässig er auf sie zu kam, mit seiner beigen Lederjacke, dem schneeweißen Hemd und in enger Jeans. »Unser Lebensretter. Wie schaut es aus, haben Sie Zeit und Lust auf einen Kaffee hereinzukommen?« Einladend wies sie hinter sich.
»Hallo.« Leon und Camilla schossen hinter den Schuppen hervor und begrüßten den Besucher fröhlich. Und was Marisa nicht zu hoffen gewagt hatte, war Leon, der sich vor Herrn Wieland aufbaute und sich ganz allein für sein gestriges Verhalten entschuldigte.
»Ach komm, das ist okay.« Wieland legte ihm kameradschaftlich die Hand auf die Schulter. »Wir haben alle mal einen komischen Tag. Aber sag mir, hast du dich hier schon eingelebt?«
»Ja, es ist toll hier«, antwortete das kecke Mädchen für ihren größeren Bruder. »Und wir haben auch schon einen Jungen kennengelernt. Er heißt Mikkel und er sieht toll aus.«
»Camilla!« Marisa Fechtner hielt ihrer kleinen, vorlauten Tochter den Mund zu und hatte dabei selbst mit einem Lachen zu kämpfen. Zu dem netten Mann gewandt fragte sie: »Haben Sie auch so vorlaute Kinder?«
»Die hätte ich gerne.« Peder reichte ihr die Hand und deutete mutig an: »Aber irgendwie fehlt es mir schon an der Grundvoraussetzung.«
»Das verstehe ich jetzt nicht?«
Peder folgte ihrer einladenden Handbewegung an den Tisch und offenbarte sich verlegen. »Nun, um Kinder zu bekommen, dazu müsste man erst einmal die passende Frau finden.«
»So hässlich sehen Sie doch gar nicht aus«, entfuhr es ihr, wobei ein heftiges Erröten ihr Gesicht überflutete. »Huch … Entschuldigen Sie bitte. Manches Mal bin ich genau so vorlaut wie meine Tochter. Ich wollte Sie nicht vorführen.«
»Vorfahren?« Irritiert sortierte Peder in seinem reichlich vorhandenen Wortschatz.
Sie lachte herzerfrischend und fuhr sich mit der Hand durch ihr offenes Haar. Überhaupt sah Marisa, er erlaubte sich, sie in Gedanken so zu nennen, bedeutend ausgeglichener aus als noch am gestrigen Tag.
»Vorführen, ich meine blamieren, bloßstellen. Manchmal spreche ich schneller, als das ich nachdenke. Dabei hat es mich ja nun gar nicht zu interessieren, ob Sie glücklich verheiratet sind.«
Herrgott, was plapperte sie nur herum? Warum sah sie jetzt auf seine ringlosen Hände? Und dann auch noch so auffällig, dass er es bemerkte. Marisa stolperte von einem Fettnäpfchen zum Nächsten. War es, weil ihr Mann alles zerstört und sie vor vollendete Tatsachen gestellt hatte? Warum sollte sie nicht Gleiches mit Gleichem vergelten? Warum sich nicht nach anderen Männern umschauen! Allein aus der Hoffnung heraus, das Boris reumütig zu ihr zurückkehren würde. Mit schlechtem Gewissen sah sie auf ihre Kinder, die nicht im Traum ahnten, dass ihr Vater nicht nachkommen würde.
»… wird auch so schnell nicht eintreten«, drangen Herrn Wielands Worte in ihre aufgewühlten Gedanken. »Im Sommer ist der Ort überlaufen. Alles dreht sich um den Tourismus. Im Winter herrscht hier dann der Totentanz? Hier leben keine dreihundert Menschen. Das ist für die meisten ziemlich einsam.«
Marisa bemühte sich, hinter sein aufgesetztes Lächeln zu schauen. Sie spürte eine tiefe Traurigkeit, die er vor ihr zu verstecken suchte. Behutsam suchte sie nach den richtigen Worten. Nur, wie sprach man einem einfühlsamen Menschen Mut zu, wo die eigene Welt längst in Trümmern lag?
»Aber deshalb bin ich nicht hierher gekommen.« Unternehmungslustig trommelte Wieland mit seinen Händen auf die Armlehnen des Gartenstuhls. »Was halten Sie drei davon, wenn ich Ihnen Blåvand zeige. Wir könnten ein schönes Softeis essen und im Anschluss zu Salvatore ins Acqua Blu gehen. Um die beste Pizza in ganz Dänemark zu essen.«
»Also, ich weiß nicht?«, zierte sie sich und wurde vom Jubel ihrer Kinder überstimmt.

***

 

»Hui, ich hätte nicht erwartet, dass hier solch ein Trubel herrscht.« Marisa Fechtner fragte sich unwillkürlich, was geschah, wenn eines der Kinder verloren ging. Gerade nahmen die beiden ein Softeis entgegen, das Herr Wieland ihnen spendiert hatte.
Mit zwei weiteren hochbeladenen Eistüten trat er zu ihr und reichte ihr eine. »Das musst du unbedingt probieren. Leon sagt, du magst Krokant?« Peder bemerkte ihr unbewusstes Stutzen und musste unweigerlich an das Kennenlernen mit Silje denken. »Entschuldige, dass ich Sie eben wieder mit du gesprochen habe.«
Sie musste befreit auflachen und bedankte sich mit einem Hofknicks bei ihm. »Entschuldigen Sie … äh, du. Es klingt so süß, dein leicht verdrehtes Deutsch. Oh, ich hoffe nicht, dass ich dich wieder vorgeführt habe.«
»Nein, du nicht.« Peder zwinkerte ihr zu und konzentrierte sich auf sein Eis. So wie er für sie entflammt war, würde der kühle Genuss noch schneller schmelzen.
»Das ist aber eine ziemlich klebrige Angelegenheit.« Auch Marisa spürte, wie sich das Eis in ihrer Hand selbstständig machte. »Aber du hast recht, danach kann man süchtig werden.«
»Das freut mich.« Peder deutete die Straße herunter. »Wie ist es, wart ihr schon am Strand in Blåvands Huk?«
»Nur kurz. Gestern Abend, in der Nähe des Campingplatzes.«
»Aber nur ganz, ganz kurz«, beschwerte sich die kleine Camilla. »Wir mussten nämlich die ganze Zeit über mit Mama das Haus putzen.«
»Camilla! Beschwere dich nicht. Schließlich durften wir dafür früher hinein.« Marisa spürte, wie die Schamesröte erneut ihr Gesicht eroberte. »Manchmal können die Kinder sehr direkt sein« , entschuldigte sie sich bei Peder. »Natürlich würden wir sehr gern den Ort und all seine Sehenswürdigkeiten kennenlernen.« Erneut beschlich sie ein Gefühl, das völlig irrational war, wenn man es von außen betrachtete. »Schimpft denn wirklich niemand, wenn du die ganze Zeit über mit uns eine Sightseeingtour unternimmst?« Sie mochte nicht glauben, dass so ein netter Mensch wirklich eingefleischter Single war.
»Da gibt es niemand.« Peder schien sich ganz auf sein dahinfließendes Eis zu konzentrieren. »Außer Jake, meinem Kater, wartet keiner auf mich. Und Jake ist froh, wenn er seine Mädchen zu sich an den Futternapf einladen kann, ohne dass ich sie verscheuche.«
»Das klingt wirklich nicht nach viel Abwechslung.« Marisa stockte ein weiteres Mal der Atem. Welches Fettnäpfchen hatte sie noch nicht bei ihm getroffen? »Okay, wenn es dir wirklich nichts ausmacht, würden wir sehr gern mit dir nach Blåvands Huk fahren. Oder eben gehen.«
»Na, das ist doch ein Wort.« Ihr Vermieter deutete einladend die Straße herunter. »Wir wollen fahren.«

Die Fahrt ging in die entgegengesetzte Richtung. Kaum waren sie aus dem Ort hinaus, änderte sich die Landschaft merklich. Außer einigen Krüppelkiefern und Buschwerk ging der Blick über ausgedehnte Heideflächen, in denen überall Ferienhäuser standen. Solche wie ihres, aus Stein und mit Strohdächern, oft aber größer und wuchtiger. Das waren bestimmt diese Poolhäuser, die Boris damals unbedingt mieten wollte. Der Gedanke an ihren Mann riss sie gnadenlos aus ihrem Hochgefühl heraus, das sich gerade hatte einstellen wollen. Nein, sie wollte kein Poolhaus und sie wollte erst recht nicht, dass dieser herzlose Mensch weiter in ihrem Kopf wohnte! Lykkebo und seine gemütliche Ausstrahlung sollten ihr Neustart werden. Marisa nahm sich erneut vor, endlich voranzuschauen und nicht mehr zurück.
»Wow!« Leon schob seinen Oberkörper zwischen die Vordersitze und deutete auf den imposanten Leuchtturm, auf den sie zufuhren. »Der ist echt hoch. Peder, kann man da rauf?«
»Ja, sicher. Ich denke, für heute mag es etwas spät sein. Tagsüber kann man dort aber hinaufsteigen. Man hat eine weite Aussicht. Doch jetzt, denke ich, wollen wir sehen, ob das Meer zu Besuch ist.«
Camilla beugte sich ebenfalls nach vorn und flüsterte ihrer Mutter etwas ins Ohr, was diese zu einem herzhaften Lachen verleitete. Dieses Lachen fand direkt den Weg in Peders Herz hinein. Wie glücklich musste man sein, mit solch einer Frau zusammen zu sein?, schob sich die verwegene Frage prompt hinterher. Aber träumen durfte man doch, oder? Nur ein kleines Stück weit. Nur bis ihr Mann auftauchte und auch die leiseste Hoffnung zerstörte. Peder spürte instinktiv, dass er sich bereits mehr Ärger aufgehalst hatte, als gut für ihn und sein romantisches Herz gut war.
»Ist es wirklich in Ordnung, dass du dir die ganze Zeit für uns nimmst?« Marisa berührte ihren Fremdenführer zaghaft an der Hand. Hinter den Gläsern seiner Brille nahm sie seine blassblauen und doch so eindrucksvollen Augen wahr. Er wirkte trotz all seiner Freundlichkeit traurig. Unweigerlich musste sie an ihre eigene Situation denken.
»Ja, das ist es.« Peder Wieland warf ihr einen undefinierbaren Blick zu und konzentrierte sich darauf, den Wagen unfallfrei einzuparken. Kaum standen sie, rissen die Kinder die Türen auf und sprangen hinaus. »Ich … Auf mich wartet wirklich niemand.«
»Dieses Schicksal werde ich über kurz oder lang mit dir Teilen«, entglitt es ihr unbedacht.
Er sah sie mit einer nachdenklichen Miene an, schwieg aber. Marisa kam sich so blöde vor. Nein, nicht blöde, verwünschte sie sich und kam gar nicht schnell genug aus dem Auto heraus.
Der leichte Wind, der sie hier draußen umspielte, ließ sie gefühlt endlich etwas klarer denken. Mein Gott, was musste Peder Wieland nur von ihr denken! Sie war fünfunddreißig Jahre alt, hatte wie lebhafte Kinder und einen Ehemann, der ihr wortwörtlich gesagt hatte, dass sie ihre Halbwertzeit längst überschritten habe. Und sie hatte nichts Besseres zu tun, sich wie eine pubertierende Göre aufzuführen. Dazu noch eine, die sich vormachte, dass ein wildfremder Mann sie und ihre Kinder mit Kusshand bei sich aufnahm. Jetzt nur nicht heulen, flehte sie inniglich und sah mit verschleiertem Blick zum Leuchtturm hinauf. Es gab ganz bestimmt eine Möglichkeit, sich von dort oben herunterzustürzen.
»Wenn ich etwas Falsches gesagt habe?« Er trat an ihre Seite und folgte ihren Blicken. Seine Hand bewegte sich unentschlossen zwischen ihren Körpern. So als wolle er die ihre ergreifen und doch davor zurückschrecken. »Wusstest du, das Blåvandshuk Fyr das am häufigsten fotografierte Objekt in Danmark ist? Häufiger als den Lille Havfrue in København.«
Marisa lächelte die Trauer weg, die sie eben noch hatte überwältigen wollen und wandte sich ihrem selbsternannten Guide zu. »Danke. Danke für alles, was du heute mit uns unternimmst. Danke, dass du einfach da bist.«
Warum nur kamen ihre freundlichen Worte bei ihm so bedauernd an?, fragte Peder sich, so endgültig. Er besann sich darauf, das Schweigen eine Kunst war. Stattdessen schloss er seine schmucke Lederjacke und sagte irgendwann, als das Schweigen zwischen ihnen schier unerträglich wurde: »Wir sollten den Kindern folgen. Sie wollen sicher den Strand sehen.«
»Ja.« Marisa zuckte zusammen und sah sich um. Doch von Leon und Camilla war nichts zu sehen. »Wo sind die beiden? Hoffentlich verlaufen sie sich nicht.«
»Ich kann mir schon denken, wo sie sind.« Peder deutete auf die hohen Dünen, die sich Linkerhand des Leuchtturmes auftürmten. »Von dort oben hat man eine gute Sicht auf das Meer. Es ist eine besonders beliebte Stelle, um gemeinsam wunderschöne Sonnenuntergänge zu beobachten.«
»Wollen wir auch hinauf?« Von Weitem hörte Marisa das Lachen ihrer Kinder.
»Gerne.« Erst zögerlich, dann mutig lächelnd hielt er ihr seine Hand entgegen. »Ich helfe dir. Nur damit du nicht den Hügel herunterrollst.«
 Auf der Hälfte des Weges war Marisa froh, dass er ihre Hand fest in seiner behielt. Auch wenn ihr Gewissen revoltierte, dass sie noch immer verheiratet war, erwiderte sie den festen und zugleich behutsamen Griff und vertraute sich seiner Führung an. Bald erreichten sie die Dünenkuppe, auf dem eines dieser verwitterten Betonungetüme stand. Leon und Camilla hatten seine Schräge erklommen und turnten gefährlich mit anderen Kindern auf der rauen, meterdicken Brüstung herum.
 »Bitte passt auf, dass ihr da nicht herunterfallt«, meinte Marisa ihre Wildfänge ermahnen zu müssen, während sie mit Peder die Mitte der Anlage betrat.
Der überwältigende Ausblick, der sich ihr bot, ließ sie fasziniert verstummen. So weit das Auge sah, breitete sich vor ihr eine Wasserfläche aus, deren sanfte Dünung im gleißenden Licht der Abendsonne lag. Darin flache Sandbänke, die Inseln gleich, dem Ufer vorgelagert waren. Dazu ein enorm breiter Strand, der in weit geschwungenem Bogen nach Norden lief, bis sich das Meer Hunderter Dünenkämme vor das Blau des Wassers schob. Welle auf Welle von hohen Sandbergen, auf denen sich lange Gräser und ein Wall von niedrigem Buschwerk ansiedelten. Oh, wie imposant und doch so besänftigend dieser Blick war und ihre Seele streichelte! Marisa kam sich mit einem Male so unendlich klein und doch so beschützt vor. Dazu die sanfte Berührung seiner Hand, die wie zufällig auf ihrer Schulter ruhte und eine Zuversicht und Nähe verströmte, die sie so lange schon vermisst hatte.
»Oh, wie schön ist das denn«, fand sie leise zu ihrer Stimme zurück, die doch nicht das auszudrücken vermochte, welche Gefühle in ihr tobten. Es gab in diesem Augenblick nur eines, das sie unbedingt wollte. »Lass uns bitte runtergehen. Ich möchte über den Strand laufen und mit den Füßen im Meer spazieren gehen.«
Unbeschwert ergriff sie seine Hand und zog ihn lachend mit sich. Sie liefen den gewundenen Weg hinab, der sich auf dem Kopf der Düne bis hinunter zum Strand streckte. In diesem Moment war es Marisa egal, was die Leute um sie herum denken mochten, wo ihre Kinder blieben oder ob der Mann, der ihr lachend folgte, ihr eigener Mann war. Sie wollte nur eines. ›FREI‹ sein! Endlich ›ICH‹ sein! Noch im Laufen streifte sie sich ihre Schuhe ab und kam erst zur Ruhe, als das kühle Nass ihre Waden umspülte.
»Oh, wie schön das ist!« Jauchzend und mit ausgebreiteten Armen drehte sie sich um sich selbst und sah den Mann vor sich an. Sein verschmitztes Lächeln lag im Widerstreit mit einer Prise Unbehaglichkeit. »Und du kannst das jeden Tag genießen. Ich bin so froh, dass du uns das hier gezeigt hast.«
»Ja, leider kommen wir Einheimischen selbst kaum an den Strand«, pflichtete er ihr bei und schmunzelte. »Und das, was ich jetzt mit dir erlebe … Das habe ich davor nie gemacht.«
»Was denn?« Marisa fühlte, wie ihr erneut die Hitze zu Kopf stieg und doch musste die Frage aus ihr heraus, bevor sie daran erstickte. »Mit einem Gast solch schöne Momente zu verbringen?«
Er sah mit einem schüchternen Lächeln gen Himmel und dann demonstrativ in Richtung ihrer Füße. Hinab zu den sanften Wellen, die sie umspülten. »Das waren meine Lieblingsschuhe.«
Sie sog erschrocken die Luft ein und schlug sich die Hand vor dem Mund. Es half nicht. Ihr Lachen war so laut, das selbst die anderen Urlauber um sie herum auf sie aufmerksam wurden. Schnell hatte sie das schlechte Gewissen eingeholt. »Mein Gott, Peder, ich bin unmöglich. Habe ich das getan?«
Ihm gelang es nicht länger, die Hilflosigkeit in Person zu spielen. Lachend ergriff er ihre Hände und zog sie zu sich heran. »Nicht so schlimm. Ich hab noch drei Paar weitere Lieblingsschuhe.«
Urplötzlich waren sie sich so nahe, wie nie zuvor. Eine leichte Brise ließ ihn das sinnliche Parfum spüren, das sie aufgelegt hatte. Die Wärme ihrer Hände, von denen er sich nichts anderes wünschte, als dass sie sanft über seinen Körper strichen. Ihre sinnlichen Lippen, der frische Atem, der ihm über seine Wange strich, als sie sich ihm öffnete. Ihre Nähe und das Gefühl, dass ihm mit jeder Faser seines Körpers signalisierte, mit ihr auf einer Welle zu schwimmen …
»Mama, dürfen wir auch ins Wasser?«, riss sie Camillas drängender Ruf auseinander. Gefolgt von Leons jubelnder Entdeckung: »Peder, du bist ja mit deinen Schuhen im Wasser!«
Erschrocken gaben Marisas Hände ihren festen Halt auf. Ein plötzlicher Schauer durchfuhr ihren Körper. Frösteln und Hitzewallungen in einem. Sie sah dem im Grunde genommen, völlig fremden Mann in die Augen und erschrak zutiefst. All das durfte nicht sein! Es durfte nicht geschehen! Schon gar nicht im Beisein der Kinder, die ihren Vater liebten und nicht ahnten, was auf sie zukam. »Nicht … Bitte nicht«, entrang sich das Flehen aus ihrer Kehle. Marisa flüchtete sich förmlich zu ihren Kindern an den Strand.
Peder erging es nicht anders. Mühsam verbarg er die Gefühle, die ihn eben schier hinfortgerissen hatten. Die völlig durchnässten Schuhe waren ein Anker, auf den er sich konzentrieren konnte. »Wir sollten langsam zurückfahren«, schlug er vor, als auch er ans Ufer kam. Er hatte mit einem dicken Kloß in seiner Kehle zu kämpfen. »Ein paar trockene Schuhe für mich. Danach erwartet uns Salvatore. Es sei denn, ihr habt keine Freude an Danmarks bester Pizza.«
Das Jubeln der Kinder vertrieb die betroffene Stimmung der Erwachsenen, die sich in ihnen breitgemacht hatte.

 

Wie gesagt, alles am neuen Manuskript ist noch im Wandel. Was ich dazu schreiben kann ist: Es gibt natürlich eine Liebes-Geschichte à la Mohini. Diesmal wird es aber bedeutend "krimineller". Ich denke, dem größten Teil meiner Leser scheint dieses besonders gut zu gefallen. 

 

Bis bald Eure und Ihre Katharina Mohini

 

Hinterlasst gern einen Kommentar oder besucht mich unter https://www.facebook.com/katharina.mohini.5/ oder per Mail über Katharina-Mohini@wtnet.de oder romane@katharina-mohini.de